Initiative Corona und Märkte

Dieses ist ein Versuch, für hauptberufliche Kunsthandwerker / Keramiker, die auf den Produktverkauf auf Märkten angewiesen sind, einen Weg aus der derzeitigen Situation zu finden.

 

 

Diese Initiative wurde von mir beginnend am 26.4.2020 begonnen. Ich hoffe auf möglichst viele Mitwirkende und auf Erfolg der Aktion.

 

 

Nachstehend findet ihr einen Infotext über die Initiative, darunter einen Briefentwurf, der an Entscheidungsträger gesendet werden sollte.

 

Initiative Corona und Märkte

Wiederaufnahme Kunsthandwerkermärkte/Töpfermärkte:

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir alle wissen, wie bei vielen von uns, die wir hauptberuflich als Kunsthandwerker/Keramiker tätig sind, es durch das Ausfallen der Märkte finanziell eng wird, es schlimmstenfalls auf eine Insolvenz hinausläuft.

Natürlich dürfen wirtschaftliche Interessen nicht über den Gesundheitsschutz aller gestellt werden. Doch meiner Meinung nach gibt es gute Wege, zumindest einen Teil der Märkte weiter durchzuführen, ohne dass dieses irgendeinen Nachteil auf die Verbreitungsrate des Coronavirus hat. Das hat jedoch bei der Fülle der notwendigen Entscheidungen wohl kaum ein Politiker im Detail durchdacht, da wir keine Lobby haben. So wurden die Märkte einfach mit Großveranstaltungen gleichgesetzt.

 

In Briefen an die Entscheidungsträger sollten wir versuchen, hierauf aufmerksam zu machen. Es ist wichtig, dass dieser Brief an möglichst viele an der Entscheidung Beteiligte geht, in möglichst allen Bundesländern. Wenn dann dort recht viele Briefe eintreffen, so dass sie nicht übersehen werden können, haben wir vielleicht eine reelle Chance, das bald wieder Kunsthandwerkermärkte/Töpfermärkte stattfinden dürfen.

 

Darum bitte ich euch, den anhängenden Brief an die für euch zuständigen Adressaten (Ministerpräsidenten, Wirtschaftsminister, Landräte, Innungen, IHK, Bürgermeister etc.) anzupassen und an diese mit eurer Absenderangabe zu verschicken. Das Dokument ist offen, individuelle Änderungen sind also möglich.

 

Auch möchte ich euch bitten, da ich natürlich nicht alle Kolleginnen und Kollegen kenne, dieses Anschreiben mit dem anhängenden Dokument an viele euch bekannte hauptberufliche Kunsthandwerker/innen / Keramiker/innen weiterzuleiten, ebenfalls mit der Bitte, ihrerseits den Brief weiter zu verschicken.

 

So haben wir vielleicht die Chance, uns doch noch in diesem Jahr auf dem ein oder anderen Markt wiederzusehen. Ich würde mich sehr freuen und danke schon einmal für eure Unterstützung.

 

Ganz herzliche Grüße,

euer Reinhold

 

 

Folgend der Text, der als Brief an Entscheidungsträger gesendet werden sollte.

Den Brief findet ihr darunter auch als offenes docx-Dokument zum herunterladen.

 

Den Inhalt bitte vervollständigen / dem persönlichen Bedarf anpassen.

 

(hier Absender mit Adresse)

 

(hier Empfängeradresse)

(Datum)

Sehr geehrt    ………..

 

Als selbstständige/r Kunsthandwerker/in gehöre ich zu den Menschen, die unmittelbar von den zweifelsfrei notwendigen Beschränkungen aufgrund der Corona-Krise betroffen sind. Wie für die meisten anderen Kunsthandwerker fallen fast alle Einnahmen derzeit komplett weg. 
Wir sind existenziell darauf angewiesen, unsere Produkte auf Spezialmärkten, die überwiegend im Außenbereich stattfinden (Kunsthandwerkermärkte, Töpfermärkte) zu verkaufen. All diese Märkte sind wohl vorerst bis Ende August
abgesagt, da sie mit Großveranstaltungen gleichgesetzt werden. 

Nur wenige Kunsthandwerker verfügen über einen eigenen Webshop oder sonstige Möglichkeiten des Versandhandels. Da viele Kunsthandwerker im ländlichen Bereich wohnen, ist für sie auch die Vermarktung über ein Ladengeschäft keine Alternative.

Es mag sein, dass aus politischer Sicht diese Branche als eher unbedeutend angesehen wird. Doch sollte man bedenken, dass diese mehrere zehntausend Menschen mit ihrer Tätigkeit ihren eigenen Arbeitsplatz geschaffen hat, aus den Einnahmen sich und ihre Familien ernähren und Steuerzahler sind. Von ihrem Bedarf an Rohstoffen etc. existieren eine Vielzahl Zulieferer und Großhändler. Viele Kunsthandwerker arbeiten unterm Strich für einen relativ niedrigen Stundenlohn, aus dem sich keine großartigen ausreichenden oder gar keine Rücklagen bilden lassen. Es steht zu befürchten, dass sehr viele insolvent werden und dem Sozialhilfesystem anheimfallen.

Die staatliche Förderung/Soforthilfe entfällt für viele, da die meisten Kunsthandwerker in eigenen Räumlichkeiten arbeiten und somit relativ geringe laufende Kosten haben, für die die Förderung vorgesehen ist.

Die Aufnahme eines Kredites, egal wie zinsgünstig, ist ebenfalls keine Alternative für Betriebe, die es aus den laufenden Einnahmen grade mal schaffen, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Wovon sollen sie die Kredite zurückzahlen?

Lösungsvorschlag:
Es wäre dringend notwendig, differenziert zu überprüfen, ob Kunsthandwerker- und Töpfermärkte im Außenbereich ähnlich wie Wochenmärkte unter Berücksichtigung bestimmter Auflagen wieder stattfinden können. Natürlich wird dies nicht für alle bislang ausfallenden Märkte möglich sein. Viele dieser Veranstaltungen haben jedoch ein überschaubares Besucheraufkommen, welches durch Rücksprache mit den Veranstaltern zu ermitteln wäre. In Marktörtlichkeiten, bei denen nur ein Zugang möglich ist, könnte man leicht eine Zugangskontrolle herstellen, die stets eine bestimmte Anzahl von Besuchern gleichzeitig in den Marktbereich einlässt, so wie es auch in Supermärkten, Gartencentern und Baumärkten ganz wunderbar funktioniert. Auch könnte man die Marktzeiten der üblicherweise an Samstagen und Sonntagen stattfindenden Veranstaltungen etwas strecken, z.B. jeweils 9 bis 19 Uhr anstatt der sonst üblichen 10/11 bis 18 Uhr, um so auch die Besucherzahl besser zu verteilen.  Der inzwischen in Geschäften obligatorische Mundschutz, die Abstandsregel und ein durch den Veranstalter bereitgehaltenes Händedesinfektionsmittel für Kunsthandwerker und Kunden wären natürlich selbstverständlich.

Ich bitte Sie um Prüfung dieses Anliegens einer Berufsgruppe, die leicht vergessen wird.

Mit freundschaftlichen Grüßen

 

Initiativbrief Corona und Märkte.docx
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